Gerresheimer Mittagstisch 55 plus – Gastlichkeit für alle

Foto Barbara Schulz

Ihr geht ins Uscana? „Das ist doch die Pizzeria mit der hammermäßigen Innenausstattung!“ – Stimmt. Wir treten durch die Tür des kleinen, unauffälligen Ladenlokals an der Glashüttenstraße und wähnen uns in einer Baumwurzelhöhle mitten in Tolkiens „Herr der Ringe“. Blanke Holzische werden überwölbt von verschlungenem Geäst und braun-furchigen Stalaktiten. Große Grünpflanzen vor dem Fenster verleihen dem Kunstwerk beeindruckende Echtheit. Ein Stamm wächst aus dem Tresen und verzweigt sich zu einer fächerigen Krone in der, verlockenden Früchten gleich, Flaschen stehen, die für Genießer keine Wünsche offenlassen; Weine, Whisky, diverse Liköre, Kognak und was der leckeren Alkoholika noch sind.

Unter diesem Schlaraffenland der Getränke steht der Wirt Luigi Uscana und schiebt gerade gewandt eine Pizza in den glühenden Ofen, deren Auftraggeber auf dem Barhocker sitzt und mit ihm über Gott und die Welt philosophiert. Ein behagliches Ambiente, das nach wenigen Minuten den Wunsch keimen lässt, sich baldigst auch zu den Stammgästen zählen zu dürfen. Über 140 verschiedene Gerichte umfasst die Speisekarte des gemütlichen kleinen Lokals, angefangen bei Minestrone und Insalata, über Rigatoni und Penne, natürlich Fisch, Fleisch und als Krönung diverse Desserts.

Foto: Barbara Schulz

Dieses schmackhafte Angebot in ungewöhnlichem Ambiente können sich nicht nur gut situierte Gerresheimer leisten, sondern dank des „Netzes gegen Armut“ auch weniger begüterte. Das Uscana gehört zu den Restaurants, wo Menschen mit einem gesponserten Gutschein am Gerresheimer Mittagstisch 55 plus teilnehmen können. „Wir sind stolz dazu zu gehören!“, sagt der Wirt „und haben noch nie Probleme gehabt mit der Abrechnung.“

Auch Stammgast Detlef Hölz kommt gern hierher. Er freut sich, dass er in der Caritas-Diakonie-Sprechstunde der Evangelischen Kirchengemeinde an der Hardenbergstraße jeden Monat zwei Gutscheine bekommt – eigentlich für seine Frau. Er selbst ist mit 53 Jahren noch zu jung, aber da sie ein paar Jahre älter ist, kommt auch er in den Genuss, ein bis zweimal monatlich ein Restaurant aufsuchen zu können. „Mal gehe ich, mal meine Frau und manchmal wir beide zusammen. Eine kleine Pizza kriegt man für den Gutschein. Für eine große Pizza und ein Getränk muss man allerdings draufzahlen.“

Es kommt aber auch vor, dass Wirt oder Wirtin etwas ausgeben „aufs Haus“. Seit 29 Jahren bereits führen sie das Uscana und freuen sich, wenn es ihren Gästen schmeckt. Auch uns spendieren sie noch einen Espresso – Gastlichkeit für jedermann ist selbstverständlich.

Barbara Schulz

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